Die Nacht kurz vor den Wäldern

„Ein Namenloser in einer regnerischen Nacht auf der Suche nach einem Zimmer. Alles, was wir über ihn erfahren, erzählt er uns selbst. Brabbelnd, plappernd, schimpfend versucht er sich die Welt und deren Bewohner zu erklären. Die Nacht kurz vor den Wäldern ist ein langer Monolog, gerichtet an einen Fremden, von dem wir nichts sehen und nichts hören, der aber gutwillig genug ist, dem einsamen Redner zuzuhören. Dieser träumt von nichts anderem, als sich auf eine ruhige Wiese zu legen – „mit dem ganzen Himmel obendrüber“ – , um sich „über alles klarzuwerden“. Aber Koltès, und das ist wörtlich zu nehmen, lässt seinen Helden im Regen stehen. Ohne Arbeit, ohne Geld und ohne Behausung, immer wieder verjagt und heimatlos gemacht, streunt er durch die Strassen und erzählt von seiner Idee eines „internationalen Syndikats von allen, die in den Arsch getreten wurden“ und von jener Prostituierten, die daran stirbt, dass sie nachts auf den Friedhof geht, um von der Erde der Toten zu essen. Der Tristesse des Milieus stemmt Koltès seine harte, klare Sprache entgegen. Und so überwiegt am Ende die Wut gegenüber der Wehmut, siegt der Trotz über die Trauer.“ aus: Klappentext “Die Nacht kurz vor den Wäldern“, Verlag der Autoren 1990.
                                                                                                                                                 

Bernard-Marie Koltès, geboren am 09. 04. 1948 in Metz, gestorben am 15. 04. 1989 in Paris. Regieausbildung an der Theaterschule des Théâtre National de Strasbourg, arbeitete als Regisseur und Autor für Theater und Rundfunk, Reisen durch Südamerika und Afrika. Ibsen-Preis 1984.

Die Produktion wird von der Jubiläumsstiftung (Basellandschaftliche Kantonalbank) gefördert. 

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1 comment

  • Kommentar-Link Dominique gepostet von Dominique

    Ich freue mich! Bitte ladet mich zur Premiere ein. Viel Erfolg!

    Melden Samstag, 26. Januar 2013 21:13

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