Hölderlin Fragmente

Überschriften, hingeworfene Skizzen, scheinbar zusammenhanglos Zusammengestelltes von Hölderlin wird in dieser Lesung verbunden vorgetragen. Gemeinsam ist allen Texten, dass sie fragmentarisch sind. Die Fragmente (von lat. frangere zerbrechen, fragmentum Bruchstück) zeigen die Spur des Schaffensprozesses von Hölderlin. Dieser Spur zu folgen erweist sich als sehr ergiebig, denn in den offengelassenen, nicht fertig-gestalteten Texten, zeigt sich besonders das Unter- bzw. Übergründige seiner Dichtung. Andererseits ist im Schaffensprozess das Werk noch nicht abgeschlossen, sondern es bewegt sich erst noch auf seine Form hin. Damit bieten die Texte die Möglichkeit, uns als Interpreten ganz anders aufzufordern, als wenn sie „fertiggestellt“ wären. Dennoch ist in diesen Texten die besondere Qualität Hölderlinscher Dichtung anwesend, in konzentrierter Gestalt.

Die Lesung wurde erstmals für eine Ausstellung von Skizzen des Künstlers Gilbert Uebersax im April 2010 in Basel vorgetragen. Im August 2012 wurde sie im kleinhüninger Hafenareal (Basel) wiederholt. Das besondere einmalige Erlebnis dieser Lesung ergibt sich durch Hölderlins Sprache, die sich mit Umgebungen (Räumen, Landschaften) zu verbinden vermag, und sie so in neuer Gestalt zeigt.

Performance: Michael Buseke

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1 comment

  • Kommentar-Link Dominique gepostet von Dominique

    Es war eine wunderbare Performance! Das Zusammenspiel von Text, Schnee, Sonne, Himmel, Mond, Vögel, Glocken und Luft hätte stimmiger nicht sein können. Vielen Dank für das Erlebnis von Tiefe, Dichte und Weite.
    26.01.2013 (Rodersdorf)

    Melden Samstag, 26. Januar 2013 21:12

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