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HEROS

Eine Theaterinstallation über John Lennon, seinen Mörder und uns Heutige

Das Theaterstück «Heros» von Björn Steiert beschreibt in einer Rückblende die Innenwelt des Attentäters von John Lennon. Der Mörder, ein «Niemand», möchte «Jemand» sein, er möchte durch den Mord an seinem Idol dessen Ruhm und dessen Anerkennung für sich. Er will im Grunde durch den Mord an seinem Idol den Nihilismus, die erlebte Sinnlosigkeit im Leben und eine als falsch und fiktiv erlebte Welt überwinden. Die Inszenierung von Dominique Lüdi demaskiert die Geltungssucht des Attentäters und bringt die gesellschaftliche politische Relevanz der Tat ans Licht. Mit seinem Mordgedanken an John Lennon stellt der Niemand letztlich die Träume einer ganzen Generation in Frage und bringt deren Ideale ins Wanken.

Die Inszenierung zeigt zugleich, worin heute ein aufbauendes Wirken in der Welt bestehen könnte, nämlich als Künstler wie Lennon. Dieser Aspekt wird durch eine Sängerin dargestellt, die sich wie ein Wesen aus einer anderen Welt im Raum bewegt und nie direkt mit der Figur des Mörders kommuniziert. Der Niemand fordert uns alle dazu auf Gründe zu finden, die Identifikationsfigur Lennon am Leben zu lassen.

Björn Steiert über John Lennon

"John Lennon ist für mich aus drei Gründen eine besonders interessante Persönlichkeit. Zunächst sehe ich ihn als hochbegabten Künstler, was sich vor allem in seiner Musik und in seinen ebenso witzigen wie poetischen Texten ausdrückt. Dann als Aktivisten für den Frieden, der in dieser Rolle neue Möglichkeiten des gesellschaftlichen Engagements entdeckt und erprobt hat. Und schließlich erlebe ich ihn als einen Menschen, der sich mit seiner Biografie und sich selbst – auch mit seinem eigenen ‚Schatten‘ – intensiv auseinandergesetzt hat, ohne sich dabei von den in der Gesellschaft vorherrschenden Meinungen abhängig zu machen. Er ist konsequent seinen eigenen Weg gegangen oder hat ihn zu finden versucht – was immer die Möglichkeit, Fehler zu erkennen und zu korrigieren eingeschlossen hat. Insofern kann man sagen, dass er im positiven Sinne den ‚Prototyp‘ des modernen, individuell ausgerichteten Menschen verkörpert.

Auf ganz andere Art als den ‚Niemand‘ im Stück beschäftigte somit auch ihn die Frage ‚Wer bin ich?‘.- ‚Who am I‘, wie es in einem seiner Songs heißt. John Lennon gewann aus dieser Frage den Antrieb und die Inspiration zu künstlerischem Schaffen. Der ‚Niemand‘ fand als Antwort nur eine, die keine war: die Vernichtung des Lebens eines anderen."

HEROS

Team

Inszenierung
Dominique Lüdi

Spiel & Konzept
Michael Buseke

Sängerin
Drilona Musa

Raum und Projektion
Joachim Dierauer

Komposition
Siegfried Friedrich

Video
Curdin Schneider und Guido Villaclara

Lichtdesign
Guido Villaclara und Brad Decker

Regieassistenz
Johanna Rees

Beratung Bühnenbau
Harry Wunderlin

Daten

Premiere: Uraufführung 3. und 4. März 2011

Theater der Künste Zürich, Uraufführung 3. und 4. März 2011
Neues Theater am Bahnhof Dornach NTaB - Zwischenhalt Arlesheim 12., 13. und 14. Juni 2014
Ackermannshof Basel, 25. – 27. September 2014 und 2. und 3. Oktober 2014

Lokremise St. Gallen, 14. – 16. August 2015, 20h

Unterstützung & Freunde

Dank

Die Zürcher Uraufführung wurde durch die Futurum Stiftung Basel gefördert und in Kooperation mit dem "Theater der Künste" realisiert.

Die Aufführungen im Basler Ackermannshof wurden durch die Abteilung Kultur Basel-Stadt unterstützt.

Die Aufführungen in der St. Galler Lokremise wurden durch den Kanton St. Gallen/Kulturförderung, die Stadt St. Gallen und Migros Kulturprozent ermöglicht.

Zuschauerstimmen

Monday, 18 February 2013 22:17

“ Aus einiger zeitlicher Distanz bleibt mir von Heros vordringlich jene Frage, die Michael Buseke hastig in die Zuschauerrunde wirft bzw. in die Zuschauerkästen (die eine Mischung zwischen Logen, Achterbahnsessel und Konkurrenzposten gegen die anderen Kästen darstellen): Warum meinen Sie, dass man nicht töten darf? Eine Frage, bei der man ebenso klar weiss, DASS man es nicht darf, wie die Gründe dafür versagen. Ein Zuschauer stammelt etwas vom biblischen Tötungsverbot. Dies ist auch meine Spur. Im Loblied der Hanna (1Sam2,6) heisst es: Der Herr tötet und macht lebendig. Zu verstehen: Ausschliesslich der Herr... Wir sind dagegen gewohnt mit dem Begriff Menschlichkeit zu argumentieren. Indes steht die Chiffre Gott für die Unversehrbarkeit des Lebens und nicht die sog. Menschlichkeit des Menschen, die humanitas, die sich in Verträgen, Rechtsprechungen, Normen und Gerichtsentscheiden erschöpft. Insofern wirft das vermeintlich poppige Stück über John Lennon und seinen Mörder von einer unerwarteten Seite her Licht auf die Heiligkeit des Lebens. ”

Timon Boehm
Philosoph

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Sunday, 20 July 2014 12:52

“ Liebe Dominique, lieber Herr Buseke

ganz herzlichen Dank für die eindrückliche Aufführung/Performance von HEROS , die ich an einem der Abende am Neuen Theater am Bahnhof besucht habe!
Ihre Regie zusammen mit Ihrer grossartigen Darstellung war berührend und machte sehr nachdenklich!

Warum meint denn der Mensch, dass Töten auch nur eines der eigenen Probleme je lösen kann? Ob das wohl der Knackpunkt von Kriegen wäre??

Das ist mir im Laufe dieses Stückes mit dem Psychogramm des Mörders immer klarer geworden...

Ich freue mich auf weitere Events!!
herzlich Gaby Koller ”

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Tuesday, 30 September 2014 20:06

“ Lieber Michael,

noch immer sehr beeindruckt und berührt von Deinem Theaterabend, Deiner Leistung als Schauspieler und der Regie von Dominique Lüdi sowie der ungewöhnlich eindrücklichen Stimme von Drilona Musa, wollte ich mich einfach nochmal melden.

Ich fand mich in die authentische Szenerie von 1980 versetzt: das Kreuzen zweier Schicksale - sowohl von John Lennon als auch von seinem Attentäter, dem Niemand, der im Stück ein Jemand geworden ist - alles war hochpräsent. Es war spannend bis zur letzten Minute! Ein nachhaltiges Theatererlebnis!

Erst einmal herzlichen Dank und für die nächsten Aufführungen volles Haus und interessiertes Publikum!

Kerstin Mehle
PLOTS INTERNATIONAL ”

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Friday, 03 October 2014 11:00

“ Herzliche Glückwünsche. Es war ein grossartiger Abend, der mich wieder mit dem Theater versöhnt hat! ”

Fritz Rumpf
Dokumentarfilmer

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Tuesday, 14 October 2014 17:56

“ Lieber Michael

Nun habe ich es also endlich an eine Deiner Aufführungen geschafft. Es war toll und intensiv und eine unglaubliche Leistung von Dir – gratuliere! Die Fragestellung ist hochinteressant, streben doch so viele junge Menschen danach, zu Ruhm und Ehre zu gelangen – doch dafür zu morden?

Die Platzierung des Publikums war interessant – ob es dem Dialog dienlich war – welches waren Eure Überlegungen? Es ist auch für mich, welche ich gerne mit Leuten in Führungen in einen Dialog trete, gewöhnungsbedürftig, plötzlich angesprochen zu werden. Ich wusste davon, da ich die Kritiken gelesen habe – und trotzdem ist man plötzlich auf dem Präsentierteller, plötzlich wichtig, plötzlich jemand und sollte dann möglichst etwas Gescheites von sich geben…. Die Schülerinnen und Schüler waren jedenfalls voll bei Dir und das anfängliche peinliche Kichern ist schnell verstummt.

Ich hoffe, ihr hattet Erfolg und auch während der restlichen Vorstellungen noch viele BesucherInnen.

Herzliche Grüsse und auf ein anderes Mal

Simone Moser
Koordinatorin Bildung und Vermittlung
Kunstmuseum Basel ”
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Thursday, 20 August 2015 13:04

“ Lieber Michael

Wie du von Dominique erfahren hast, habe ich am Freitag eure Vorstellung besucht.
Nachträglich auch dir herzliche Gratulation zu HEROS. War super spannend, die Lokremise in diesem Rahmen (wieder ganz neu) zu erleben. Ich war begeistert, wie ihr mit dem Raum umgegangen seid.
Hoffe, dass ihr mit dem Gastspiel in St.Gallen unter dem Strich zufrieden seid – ist bekanntlich ein hartes Pflaster...
E gueti Zit und liebe Grüsse
Mario

Mario Franchi
Theaterpädagogik
Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen ”

Pressespiegel

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